Schutzengel-Kapelle

Schutzengelkapelle

Pfarrer Lorenz Sprünker errichtete 1669 diese Kapelle. Vor die etwa 5 m lange und 3 m breite Chorkapelle mit dreiseitigem Schluß wurde später eine geräumige 4 m lange Vorhalle gesetzt. Der Rundbogen der Stirnwand aus großen Rotsandsteinquadern mit eingetieften Fugen stammt vom Tor des ehemaligen Schloss auf den Arenberg.

Zwischen Vorraum und eigentlichem Teil der Kapelle ist eine Holzwand mit Doppeltür in schlichtem Architekturrahmen, um den Bogen steht das Chronogramm: HONORA VIATOR ORATORIUM s. ANGELI CUSTODIS (= 1669) – übersetzt: „Ehre, Wanderer, die Bettstelle zum hl. Schut­zengel“

Der Altar im Chor ist ein gestrichener Holzaufbau (um 1670) stammt aus der Schlosskirche von Croy in Belgien. Er wurde vom  Herzog Philipp-Franz von Arenberg  gestiftet.

Zwischen gedrehten Säu­len steht die Holzfigur des Schutzengels, der ein Kind an der Hand leitet; an den Seiten stehen Holzfiguren leuchtertragender Engel.

1714 zählte man jährlich 600 Pilger. 1716 finden am 1. Septembersonntag besondere Feierlichkeiten statt. 23 hl. Messen waren fundiert.

Eine hervorragende Persönlichkeit aus dem Hause Aremberg war die gefürstete Gräfin Margaretha. Margaretha von Arenberg, nahm sich nach dem frühen Tode ihres Gatten energisch ihrer Besitzungen und der Grafschaft an. Im Jahre 1571 ließ sie sich von Kaiser Maximilian II. die Reichsunmittelbarkeit bestätigen. Der Kaiser erhob im Jahre 1576 die Reichsgräfin und ihren Sohn in den Reichsfürstenstand.

Es besteht die Möglichkeit, dass sie maßgebend an dem Zustandekommen einer Schutzengelbruderschaft beteiligt war. Für den Anlass zur Errichtung der Schutzengelkapelle und damit wohl auch der Schutzengelbruderschaft gibt es eine Geschichte, die zwar in legendenhafter Form gestaltet ist, aber sicherlich einen realen Hintergrund hat. Sie lautet:

„Vor zwei- bis dreihundert Jahren zogen die Franzosen plündernd durch die Täler und Wälder der Eifel und kamen auch in die Nähe des Arenberger Schlosses. Es gelang ihnen, den einzigen Sohn des Herzogs zu rauben. Die Söldner schleppten den Prinzen fort und verbannten ihm auf eine ferne, menschenleere Insel im Meer, wo er Hungers gestorben wäre, wenn nicht zahllose Wildgänse dort gelebt und ihm von ihrer Beute, die meist in Fischen bestand, mitgegeben hätten. Währenddessen gelobte die Herzogin, dem heiligen Schutzengel des Knaben eine Kapelle bauen zu lassen, wenn er das ihm anvertraute Kind gesund und heil wiederbringe.

Eines nachts schlief der Prinz, von Elend und Leid ermüdet, am Strande des Meeres ein. Da träumte ihn, ein mächtiges Wesen mit großen Flügeln hebe ihn hoch, und es war ihm, als würde er durch die Lüfte und Fernen bis zum Fuße eines Berges getragen. Als er zu sich kam, erkannte er, dass er sich tatsächlich nicht mehr auf der Insel befand, sondern im weichen Moos inmitten eines Waldes lag.

Noch war es Nacht. Als es zu dämmern begann, kletterte er auf einen Baum, um zu sehen, wo er sich befinde. Welch eine Freude, als er, nicht allzu weit entfernt, seinen lieben Aremberg erblickte. Da nahm er sein Horn, das er umhängen hatte – man hatte es ihm zum Zeitvertreib gelassen – und blies aus Leibeskräften ein fröhliches Jagdsignal. Auf dem Schlosse ward das Zeichen vernommen und der Burgwächter auf dem Turm blies zum Zeichen des Erkennens dasselbe Signal zurück. Darauf stieß der Prinz zum zweiten Mal in sein Horn; diesmal blies er das herzogliche Signal. Jetzt erkannte der Wächter auf dem Turme, um wen es sich handle; er gab sofort das Zeichen zurück, erstattete Meldung im Schloss, man brach unverzüglich auf unter Hörnerblasen und ständigen Zeichen und fand den Prinzen, wenn auch ermüdet und erschöpft von den ausgestandenen Entbehrungen, so doch gesund und wohlbehalten. Die Herzogin schloss ihren Liebling in seliger Freude in die Arme.

Ihr Gelübde hat sie gehalten und an derselben Stelle, wo sie den Prinzen wiedergefunden, die Schutzengelkapelle erbauen lassen, die heute noch im Walde steht, denn keinem anderen schrieb sie die wunderbare Rettung ihres Kindes zu als seinem großen himmlischen Engel.“

Es ist möglich, dass sich ein Prinz des Hauses am Aremberg im Walde verirrt hatte und man ihn erst am anderen Tage fand. Dieses Ereignis könnte in die vorgenannte Geschichte gefasst worden sein. Wie dem auch sei, merkwürdig ist, dass in den vorhandenen Originalen über die Erbauung der Schutzengelkapelle von dem oben beschriebenen Anlass kein Wort erwähnt wird.