Pfarrkirche

Die Pfarrkirche Sankt Nikolaus, Aremberg

Im Jahr 1306 wurde zum ersten Mal eine Kirche oder Kapelle zu Ehren des hl. Nikolaus in Aremberg erwähnt. Im 15. Jahrhundert wurde diese Kirche erneuert und renoviert.

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Die heutige Kirche wurde im Jahre 1783 errichtet (Visitationsbericht 1830, de Lorexzi., Alten, a.a.O.). 1762 hatte der Herzog von Arenberg der Pfarrei einen Platz für Kirche und Friedhof geschenkt (vgl. Notiz im Lager Buch von Antweiler/Abteilungsprotokoll). Aber es ist nicht anzunehmen, dass sofort mit dem Bau begonnen werden konnte, da das nötige Geld fehlte. Es scheint ziemlich sicher zu sein, dass es erst unter Pfarrer Aegidius Schneider (1764 – 1799 Pfarrer in Aremberg) zum Bau der Kirche kam. Wie berichtet, hat Pfarrer Schneider den Kirchbau zum Teil aus seinem Privatvermögen finanziert.

Der barocke Hochaltar musste in seiner Höhe erheblich verkürzt werden, um in diese Kirche zu passen. Als Anfang des 19. Jahrhunderts das Augustinerinnen-Kloster Marienthal / Ahr aufgehoben wurde, kamen von dort die heutigen drei Altäre, die Kommunionbank, die Kanzel und der Beichtstuhl in die Kirche nach Aremberg. Es sind Werke von ungewöhnlich guter Arbeit vom Ende des 18. Jahrhunderts.

Verkündigungsszene:

Nr._2_von Pfarrkirche

Maria kniet vor einem herabschwebenden Engel. (Es wird hier der Erzengel Gabriel dargestellt.) Der Engel verfügt nur über einen Flügel und über ihm schwebt die Taube als Zeichen des Heiligen Geistes. Über diese Verkündigungsszene berichtet der Evangelist Lukas im Evangelium. Der linke Engel darüber hält in der rechten Hand einen Stern und zeigt auf die Verkündigung, der rechte Engel hält in der rechten Hand ein Zepter und weist auf die Herzogen-Krone.

Linke Seite: Auf der linken Tür steht der Heilige Augustinus. Der linke Seitenaltar zeigt uns die Mutter Anna, Maria, das Jesuskind mit der Weltkugel.

Rechte Seite: Auf der rechten Tür steht der Evangelist Johannes. Der rechte Seitenaltar zeigt den Patron der Pfarrkirche, den heiligen Nikolaus.

Kommunionbank: Mittelteil ähnlich der alten Orgelbrüstung, zwischen Leisten mit Fruchtgehängen durchbrochenes Akanthusmuster, um 1700.

Der Fußboden im Altarraum und im Mittelgang stammt aus der Zeit um 1880. Es ist ein Mosaik-Fliesenboden aus Keramik. Jeweils 4 Platten bilden ein Bild. Die Bilder zeigen die 4 Evangelisten-Symbole Stier, = (Lukas) Löwe, = (Marcus) Adler, = (Johannes) Mensch, = (Matheus). Auf einer Schriftbanderole steht jeweils der Name des Evangelisten.

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Der Taufstein ist 1,03 m hoch und pokalförmig. Er hat ein halbkugeliges Marmorbecken auf steinernem, vierseitigem Balusterschaft und stammt aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Sechzehn Holzbänke, von denen zwei ein aufgemaltes (heute fast zerstörtes) Chronogramm vom Jahre 1663 tragen: HAS TIBI PRAE-SENTES LARGO DVCIS AERE PHILIPPI FRANCISCI SEDES CERNERE LECTOR HABES (Übersetzung: Als Leser hast du diese vor dir stehenden Bänke als die großzügige Gabe des Herzogs Philipp Franciscus zu betrachten). Diese 6 Bänke kommen möglicherweise aus der Schlosskapelle und gehören der Renaissance an.

Die Deckengemälde wurden 1934 von dem Kirchenmaler Johann Scharding aus Trier gemalt. 1966 wurden diese Gemälde mit einem weißen Kalkanstrich übermalt. Sie wurden 1986 wieder freigelegt und restauriert (von den Firmen Horst Magor, Müsch und Gisela Schreyögg, Leutesdorf-Marienburg). Die Deckenbilder: -Kreuz mit Kelch und Hostie (Alpha und Omega), Christus und die Eucharistie. -Kreuz, Anker und Schiff, das Zeichen der Hoffnung. Über der Empore: -Lendentuch Jesu und die Buchstaben INRI, das Kreuz als Zeichen des Sieges über den Tod.

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Die Königs-Orgel: Dreiteiliger, ungestrichener Holzprospekt mit Muschelwerk-Verzierungen und Engelsköpfen, die Seitenteile bekrönt von Posaune blasenden Engeln. (Ist ebenfalls den Herzögen von Arenberg zu verdanken.) Erbaut wurde die Orgel in der Werkstatt der Orgelbauerfamilie Balthasar König aus Münstereifel. Sie dürfte etwa 1750 entstanden sein und stand zunächst im Kloster Marienthal. (Sie ist also älter als die Kirche in Aremberg).

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Renovierung der Kirche: 1980 bis 1987 wurde die Kirche einer totalen Renovierung unterzogen. Die Kosten mit Restaurierung der Orgel beliefen sich auf etwa 700.000,- DM. Durch die großzügige Spende der Arenbergische Verwaltung in Düsseldorf (Herzog Dr. Erik von Arenberg Stiftung), den Einsatz des Dechants Gernot Rosentahl und des Verwaltungsratsvorsitzenden und Ortsbürgermeister Alois Udelhofen war dies möglich.

Geschichte der Pfarrei Aremberg

Erst um 1600 muss Aremberg zur eigenständigen Pfarrei aufgestiegen sein. Die Geschichte der Pfarrei Aremberg ist untrennbar verwoben mit der Geschichte der Herzöge von Arenberg. Bis etwa zum Jahre 1600 sind die Burgkapläne zuständig für die Seelsorge der fürstlichen Familie und der Untertanen im umliegenden Territorium. So übten die Herren von Arenberg die Kollation aus, d.h. sie hatten das Recht, die Pfarrstelle zu besetzen.

Im Jahr 1576 wird die Grafschaft Arenberg zum Fürstentum erhoben. In den folgenden Jahren wird die Burg zur Festung ausgebaut.

Nach einem Bericht aus dem Jahre 1612 hatte Frau Margarethe von der Marck (1527-1596) der Kirche in Aremberg einen Wittums Hof vermacht. Dieser Wittums Hof, der dem Pastor den Unterhalt sicherte, war die Grundlage der Pfarrstelle. Erst auf dieser Grundlage war die Errichtung der Pfarrstelle möglich. Der Aufstieg Arembergs zur Pfarrei war also ein Vermächtnis der Margarethe Fürstin von Arenberg.

Aremberg ist also eine verhältnismäßig  junge Pfarrei. Sie gehört heute zum Bistum Trier und zum Dekanat Adenau. (bis 1801 Bistum Köln; ab 1802 Bistum Aachen; seit 1821 Bistum Trier).

Bis zum Jahr 1802 hatte Aremberg keine Filialen. Erst dann kamen Eichenbach und Fronhofen, die von Wershofen abgetrennt wurden, zu Aremberg. Heute gehören noch der Lenzenhof und Gierscheid zur Pfarrei.

Am 15. September 1803 wurde das Schloss Arenberg von der französischen Verwaltung auf Abbruch verkauft. Der Abbruch erfolgte 1809. Die Herrschaft der Arenberger ging damit zu Ende.

Als ihnen das Territorium genommen war und sie selbst längst anderswo Wohnsitz genommen hatten, blieben sie der Heimat ihrer Väter treu: Die wertvollen Altäre des Klosters Marienthal überließen sie Aremberg; mehrere Beihilfen der Herzöge aus dem 19. Jahrhundert sind bekannt.