Geschichte

Kurzchronik der Herrschaft Arenberg und der Gemeinde Aremberg

Am Westhang des Arembergs liegt das gleichnamige Dorf. Der Name Aremberg ist abgeleitet von Ar- oder Ahrberg. So hieß früher der 623 Meter hohe Bergkegel. Von dieser Erhebung aus hat man einen weiten Blick in’s Eifelland. Die frühe Anwesenheit von Menschen am Aremberg belegen zwei Fundstellen und vier Grabhügel, die vorgeschichtlich datiert sind.

Ein Steinwall (Befestigungsanlage) unterhalb der Burgruine gehört möglicherweise der gleichen Epoche an. Zeugnisse der Römerzeit sind zwei römerzeitliche Fundstellen in der Gemarkung Aremberg und eine Römerstraße, die vom Maifeld kommend, über Herschbroich – Adenau – Antweiler – südlich am Aremberg entlang führte. Vermutlich dran Cäsar auf dieser Straße zu einem Rachefeldzug in das Eburonenland in Richtung Aachen vor.

In den Jahrhunderten um die Jahrtausendwende entstanden mit der Entwicklung zum Feudalsystem über Belehnungen für treue Dienste kleinere Herrschaften, darunter auch die, welche nach dem Arberg benannt wurde. Die erste urkundliche Erwähnung eines „Henricus von Arberg“, der sich vorher Burggraf von Köln nannte, war im Jahr 1166.

Es ist anzunehmen, daß Heinrich den Namen von Arberg um 1160 angenommen hat und daß um diese Zeit die Burg auf dem Aremberg erbaut wurde. Die erste Veröffentlichung über die Geschichte derer von Arenberg, wie das Geschlecht sich später nannte, stammt von Pater Karl aus dem Kapuzinerorden. Er war ein Sohn des Hauses Arenberg. Das Werk erschien 1663 unter dem Titel „Roses d’Arenberg“. Das Wappen der „Arenberger“, drei Mispelblüten (Rosen) auf rotem Grund gibt heute noch Rätsel auf. Es ist nicht eindeutig geklärt, ob es Mispeln oder Rosen sind, die den Wappenschild zieren.

Nach der Wappensage fiel ein Hartmann von Arburg, die in Wirklichkeit nicht existiert haben soll, verwundet unter einen Mispelbaum. Von diesem Baum fielen drei Mispelblüten auf den blutgefärbten Schild des Verwundeten. Dieser Vorgang soll die Grundlage für die spätere Gestaltung eines Wappens geliefert haben. Andere, wie Pater Karl, sprechen dagegen von Rosen, die den Wappenschild derer von Arenberg schmücken.

Nach P. Wirtgen entstand das Wappen „ungezweifelt aus der Rose von Altena“.

Die Herrschaft des Geschlechtes von Arenberg erlebte im Laufe der Zeit einen glanzvollen Aufstieg zum Herzogtum.
Um 1280/81 starb das ältere Edelherrengeschlecht in männlicher Linie mit Johann von Arenberg aus.

Seine Tochter Mechtild heiratete 1299 Engelbert von der Marck. Die beiden begründeten die zweite Linie von Arenberg aus dem Geschlecht von der Marck. Den Anspruch auf Burg und Herrschaft Arenberg verteidigte Mechtild erfolgreich gegenüber dem Erzstift Köln.

Nach weiterem Aufstieg starb das Geschlecht von Arenberg aus dem Hause von der Marck 1544 in männlicher Linie aus. Erbin wurde Margaretha von Arenberg. Die heiratete Johann von Ligne, der aus dem Hennegau stammte und begründete mit ihm die dritte Linie des Hauses Arenberg. Mit Billigung des Kaisers Karl V. nahm Johann von Ligne das Wappen und den Namen von Arenberg an. 1546 verlieh ihm der Kaiser die Insignien des Ordens vom Goldenen Vlies. Drei Jahre danach wurde die Herrschaft Arenberg zur Reichsgrafschaft erhoben. Johann von Arenberg besiegelte seine Treue zum Kaiser mit seinem Tode in der Schlacht bei Heiligerlee 1568.

Im gleichen Jahre wurde die Burg Arenberg belagert. Durch Margarethas Maßnahmen konnte sie erfolgreich verteidigt werden.
Margaretha ließ sich vom Kaiser 1571 die Reichsunmittelbarkeit Arenbergs bestätigen. 1576 ließ sie nach Erhebung der Reichsgrafschaft zum Reíchsfürstentum einen Taler schlagen.
Darauf war u.a. der Wahlspruch des Hauses Arenberg: Protector meus es tu – (Mein Beschützer bist du) abgebildet. Im gleichen Jahr erhielt das Reichsfürstentum Sitz und Stimme im Reichstag. Margaretha war sehr stark um das Wohlergehen ihrer Untertanen bemüht. Sie erließ eine eingehende Landordnung und war bestrebt, die Wirtschaft in ihrem Lande zu fördern. Im Arenberger Territorium wurde Eisenerz gefördert, das in Antweiler, Ahrhütte und Stahlhütte verhüttet wurde.

Das dort gewonnene Schiedeeisen war vorzüglich und wurde in den Waffenschmieden Lüttichs verarbeitet. Die zur Verhüttung notwendige Holzkohle setzte die Pflege des Waldbestandes voraus. Holzfällern, Kohlenbrennern und Fuhrleuten brachte die Eisenindustrie Arbeit und Brot. Besondere Erzeugnisse dieser Industrie waren die Taken- und Ofenplatten, die heutzutage zu den beliebtesten Semmelobjekten zählen.
Auch auf kirchlichem Gebiet wirkte sich die Klugheit und Weisheit der Fürstin Margaretha aus. Sie führen den obligatorischen Unterricht im Lesen, Schreiben und Katechismus für alle Kinder ihrer Untertanen ein. Das Hexenwesen bekämpfte sie durch die Hebung der Bildung. Sie war ihrer Zeit weit voraus.

Pater Karl (Amnton von Arenberg) hat nach den Erfahrungen, die bei Belagerungen des Arenberger Schlosses gemacht wurden, Pläne für eine Befestigung angefertigt, nach denen die Festungsanlage 1642 ausgebaut wurde. Nach knapp zwanzig Jahren Bauzeit galt sie als uneinnehmbar, wenn sie genügend besetzt und ausgerüstet war. Den Bemühungen Peter Karls war es auch zu verdanken, dass das Reichsfürstentum Arenberg im Jahre 1644 zum Herzogtum avancierte. Der Herzog entließ 1679 die Truppen und ahnte nicht, welche Folgen das bereits drei Jahre später haben würde. 1682 überfielen die Franzosen die unbewachte Festung und besetzten sie. Die Lage auf dem Aremberg war strategisch wertvoll und so beschlossen sei, diese zu einem Waffenplatz auszubauen, der 2000 bis 3000 Mann aufnehmen konnte. Hunderte Soldaten und Arbeiter wurden beim Bau der Anlage eingesetzt. Die Eroberer verließen bereits 1683 die Festung, weil eine falsch angelegte Sprengung die Wasserversorgung gefährdete.

Bevor sie abzogen, zerstörten sie Festungsanlagen und Wohngebäude. Später wurde das Schloß wieder aufgebaut und es folgte eine Zeit der ruhigen Entwicklung bis zum Ende des 18. Jahrhunderts.

Ein wichtiges Ereignis für das Aremberger Dhall war die Einführung „Des Arenberger Thales Landmaß Buch de anno 1764“. Darin waren alle Grundstücke nach Eigentümer und Größe aufgezeichnet. An den Geometer Gallibert, der die Vermessung durchführte, erinnert noch bis in unsere Zeit „Galliberts Huus“.
Zur Förderung der Viehzucht und Unterstützung der Wirtschaft ließ der Herzog 1785 Märkte in Aremberg und Lommersdorf abhalten. Alle bäuerlichen Untertanen mussten wenigstens ein Stück Vieh vorstellen. Die schönsten Tiere wurden prämiert. Bis 1789 wurde kein Markt- und Standgeld erhoben.

Im Jahre 1794 erschienen wieder französische Soldaten auf dem Aremberg und im Dezember 1797 endete die Regierung des Herzogs. Nach der Verlusttabelle, die im Jahre 1802 der Reichsdeputation vorgelegt wurde, besaß das herzogliche Haus an Reichslanden auf dem linken Rheinufer das Herzogtum Arenberg, 4 Quadratmeilen groß, 1 Flecken, 11 Dörfer mit 508 Häusern und 2918 Einwohnern.

Durch den Reichsdeputationsausschuss erhielt der Herzog für den Verlust des Hauses Arenberg auf dem rechten Rheinufer eine Entschädigung.
Im Jahre 1803 wurde das Schloß auf dem Aremberg an Jean Gaspard Villmart auf Abbruch verkauft; der Abbruch erfolgte im Jahre 1809. Damit ging für Aremberg eine Aera der Privilegien zu Ende. Vorbei war die Zeit, in der herzogliche Kutschen die gepflasterte Dorfstraße passierten und abends der Trommelwirbel des Zapfenstreichs von der Burg erklang.

Von der Wehmut, die noch um die Mitte des vorigen Jahrhunderts über dem ehemaligen Schloßgelände lag, haben Gottfried Kinkel und Christian von Stramberg berichtet. Die Ruinen aus vergangenen Tagen sind heute vom Zahn der Zeit zernagt und von Sträuchern und Bäumen überwuchert.

Nachdem Frankreich im Dezember 1797 das linke Rheinufer endgültig besetzt hatten, behandelte es die besetzten Gebietsteile als einen Teil seines Staatsgebietes. Aremberg gehörte zum Rhein-Mosel-Departement. Die Mairien entstanden im Jahre 1800; am 26.05.1600 wurde in den Departements das Präfektursystem eingeführt. Nach Einführung der neuen Verfassung wurden in den Grenzdepartements eine Mehrzahl von Einzelgemeinden zu „Samtgemeinden“, ebenfalls Mairien genannt, zusammengelegt. Es gab damals eine Mairie Barweiler und eine Mairie Aremberg. Nach der Niederlage Frankreichs 1813 gehörte Aremberg zu einer gemeinschaftlichen Verwaltung.

Am 15. Juni 1814 kamen die Gemeinden des Generalgouvernements vom Mittelrhein, wozu auch Aremberg gehörte, zu dem von Preußen verwalteten „Gouvernement vom Nieder- und Mittelrhein.“ Infolge der auf dem Wiener Kongreß und im Zusammengang mit dem Zweiten Pariser Frieden getroffenen Vereinbarungen, wurde die Gemeinde durch Patent vom 5. April 1815 dem Königreich Preußen eingegliedert. Am 7. März 1817 wurde von dem Regierungspräsidenten zu Koblenz bestimmt, dass der Bürgermeister von Antweiler seinen Wohnsitz in Aremberg nehmen sollte.

Am 7. Oktober 1820 wurde jedoch von der Regierung verfügt, dass der Bürgermeister von Aremberg seinen Wohnsitz nach Antweiler verlegen könne, dass aber die Bezeichnung „Bürgermeister Aremberg“ zu führen sei. In einem Verzeichnis von 1918 („Führer durch die Verwaltung der Rheinlande“) heißt es auch: Name der Bürgermeisterei: Arembergm Sitz … Antweiler. Die Zugehörigkeit zum Kreise Adenau dauerte bis 1932. Nach Auflösung dieses Kreises gehörte Aremberg zum Kreis Ahrweiler.

Der Aussichtsturm auf dem ehemaligen Schloß- bzw. Burggelände wurde 1854 an der Stelle errichtet, an der einst ein Burgfried stand. Von der Dachluke aus hatte man einen weiten Blick in das Eifelland und bei klarem Wetter konnte mann die Umrisse des Kölner Domes erkennen. – Bis zum zweiten Weltkrieg war eine Sammlung in diesem Aussichtsturm untergebracht.

Das Dorf Aremberg entstand im Schutze der Burg und wurde Aremberg Dhall oder Thal genannt. Es erhielt die rechtliche Stellung einer sogenannten „Freiheit“. Das war eine Mittelstellung zwischen Dorf und Stadt. Es gab Befestigungsanlagen, deren Mauerreste noch 1680 zu sehen waren.

Das Burgmannhaus, oberhalb des Dorfes am Wege zum Burggelände gelegen, wurde 1571 den von Meil verliehen und kam später in den Besitz der Arburg. Es wurde lange Zeit als Forsthaus genutzt und ist heute im Privatbesitz.

Eine Pfarrkirche ist 1306 in Aremberg erwähnt. Sie wurde im 15. Jahrhundert erneuert. Bis zum Jahre 1802 gehörte die Pfarrei Aremberg zum Kölner Eifeldekanat.

Unter Pfarrer Laurenius Sprünker erbauten die Aremberger 1669 eine Schutzengelkapelle. Die Schutzengelbruderschaft wurde von Papst Clemens XI. mit zahlreichen Ablässen ausgestattet. Außer dieser Bruderschaft gab es in Aremberg eine Nikolausbruderschaft, die wahrscheinlich um 1640 gegründet wurde.

Von 1802 bis 1824 war die Pfarrei dem Bistum Aachen zugeordnet, danach kam sie zum Bistum Trier. Die heutige Pfarrkirche wurde 1783 erbaut. Ihre Ausstattung stammt teilweise aus dem aufgelösten Kloster Marienthal.

Die Aremberger gründeten bereits 1885 eine Drainagegenossenschaft, um sumpfiges Gelände unterhalb des Dorfes trocken zu legen. Den Bau einer Wasserleitung beschloß man im Jahre 1901, damit sollte chronischen Wassermangel abgeholfen werden.

Nachdem die alte Schule, am Pfarrhaus gelegen, nicht mehr ausreichte, erbaute man im Auftrag des Schulverbandes, zu dem die Gemeinden Aremberg und Eichenbach gehörten, von 1908 bis 1910 eine neue Schule.

Inzwischen wurde sie durch einen Neubau ersetzt. Dieser wurde von April 1965 bis 1. August 1972 genutzt. Nachdem die Kinder in Antweiler bzw. Adenau die Grund- bzw. Hauptschule besuchten, erfolgte ein Umbau. Das damalige Schulgebäude dient heute als Gemeindehaus.

Seit 1932 besteht ein Schullandheim des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasisus Bonn in Aremberg.

Vergangen sind glanzvolle Zeiten, aber auch Jahre der Not. Aremberg, ein Dorf mit Tradition, einer großen geschichtlichen Vergangenheit, hat ein wertvolles Erbe zu bewahren. Bürger und Gemeindevertretung sind bemüht, dieser Aufgabe gerecht zu werden.